Lamas

Hier finden Sie Artikel über und Bilder von unseren Lamas.

Tiere, die das Herz erobern

Vor gut 20 Jahren begann es, dass uns immer wieder Lamas in "besonderer Form" auffielen. Durch den Nachlass eines sehr nahestehenden Großonkels fielen mir Figuren aus Chile in die Hände, die er selbst liebevoll gesammelt hatte. Kleine Lederpacksättel in Miniaturausgabe und vor allen Dingen alte Postkarten, die Lamas als Packtiere darstellten, in den 30er Jahren entstanden. Mit großer Sorgfalt übernahm ich die Schätze, innig verbunden, mir aber noch lange nicht bewußt, wie sich diese Liebe allmählich entwickeln würde. Jahrelang geschah es immer wieder, dass mir Lamas und Alpakas in Zoos begegneten und alle nur schmunzelten, wenn ich der Meinung war, es müsse doch einen Verein für Kameliden in Deutschland geben. Gab es nicht wahrhaftig für fast alle Tiere einen Verein!?
Und dann wurden wir tatsächlich durch Zufall fündig. Ein Artikel in der Geflügelbörse öffnete uns die Tore zu einer neuen Welt, nun, zumindest zu wunderbaren Menschen und der Lamazucht in Deutschland in ihren Anfängen. Konrad und Lydia Kraft, Besitzer der Kisselmühle in Eltville und Mitbegründer des Neuweltkamelidenvereins bereicherten unser Leben von nun an und eine Freundschaft und intensive Bindung entstand, basierend auf Achtung und Respekt. Sind, waren sie nicht nur wunderbare Menschen, sondern leisteten sie auch mit ihrer Zucht mutige und oftmals schwere Pionierarbeit mit den ersten Generationen von Importen.

Heute sind die Lamas nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken, stehen sie direkt vor unserer Tür, strahlen Ruhe und Frieden aus, sind besonders geduldig und charmant.

Jedem, der sich mit dieser beeindruckenden Tierart befassen möchte, können wir das Buch von Konard Rappersberger "Lamas und Alpakas", erschienen im Ulmer-Verlag, empfehlen. Sollten Sie sich gar mit dem Gedanken auseinandersetzen, Tiere zu halten, so empfiehlt sich ein Grundlehrgang, der über den Verein oder bei vielen Züchtern angeboten wird und zur Haltung priviligiert.

Zucht bedeutet Selektion, Erhaltung einer robusten, langlebigen Tierart mit der ihr eigenen Vorzügen. Basierend auf Wissen, Erfahrung und Verantwortung. Artgerechte Haltung und Aufzucht, Impfungen, regelmäßige Parasitenkontrolle sind Voraussetzungen. Als Herdentier kommt für ein Lama natürlich nur eine Gruppenhaltung in Frage. Sie sind problemlos zu haltende, genügsame  Tiere mit unglaublicher Ausstrahlung ihrer typischen großen, langbewimperten Augen. Als Säugetiere gehören sie zu den Neuweltkameliden, sind Paarhufer mit Schwielensohlen, welche die Böden der Weiden schonen. Typisch sind auch die gespaltenen Oberlippen. Seit 5 bis 6000 Jahren in den Anden Südamerikas domestiziert, dient das Lama dort mehr als Packtier und das Alpaka der Wollgewinnung. Auch hier in unseren Gebieten kann man das Lama großartig als Trekking- und Packtier auf Wanderungen einsetzen, als Bereicherung für einen Kuschelzoo oder einfach zur Landschaftspflege im Sinne des aktiven Naturschutzes. Auch die Einsetzung des Lamas als Therapietier zeigt große Erfolge, doch ist natürlich nicht jedes Lama sofort als solches Tier zu Therapiezwecken zu vermitteln. Dies bedarf einer klaren, therapeutischen Ausbildung!
Die Versorgung sollte natürlich mit bestem, hochwertigen Futter (in kleinen Mengen) erfolgen. Das heißt an erster Stelle natürlich immer erstklassiges Heu, Weidegang, Zusatz von Kraftfutter je nach Jahreszeit und Futterzustand, optimale Mineral- und Vitaminversorgung, Salzlecksteine und frisches Wasser sind ebenso wie regelmäßiges Entwurmen Voraussetzung. Kleingeschnittene Karotten oder auch einmal ein Apfelstückchen, Tannenzweige oder Äste von NICHT GIFTIGEN!! Büschen und Bäumen, trockene Brotstückchen sind gerne genommene Leckereien!

Lamas vertagen sich gut mit anderen Tieren. Bei uns selbst stehen sie inmitten der Pferdeherde, zwischen Eseln, Ziegen und Schafen.

Faszinierende Tiere, die unser Leben begleiten und bereichern, lassen Sie sich begeistern!

 

Über Lamas

»Das Lama (Lama glama) ist eine Art der Kamele. Es ist in den südamerikanischen Anden verbreitet und eine höchstwahrscheinlich vom Guanako abstammende Haustierform.

Lamas erreichen eine Schulterhöhe von 110 bis 120 cm, manchmal sogar auch bis 130 cm und ein Gewicht von 120 bis 150 kg. Im Gegensatz zu den Altweltkamelen (Dromedar und Trampeltier) haben Lamas keinen Höcker. Wie bei den meisten Haustieren ist auch beim Lama die Farbe sehr variabel. Es gibt einfarbig weiße, braune und schwarze Lamas sowie solche, die in diesen Farben gefleckt oder sonstwie gemustert sind. Auch gepunktete Lamas kommen vor. Wie Altweltkamele haben Lamas an den Füßen Sohlenpolster (Tylopoden), und ihre Oberlippe ist gespalten und sehr beweglich.

Die Tiere erreichen die Geschlechtsreife mit zwei Jahren. Nach einer Tragezeit von 11 bis 12 Monaten wird ein Fohlen, genannt Cria, geboren. In extrem seltenen Fällen gibt es Zwillingsgeburten.

Lamas ernähren sich von Gräsern, krautigen Pflanzen, Sträuchern, Flechten, Blättern und Pilzen.

Die Domestizierung des Lamas erfolgte wahrscheinlich bereits im dritten Jahrtausend vor Christus. Es wird allgemein angenommen, dass das Guanako der Vorfahr des Lamas ist. Allerdings gibt es auch Theorien, nach denen das Lama immer eine eigene Spezies war, die heute in freier Wildbahn ausgestorben sei. Die Ursprünge des Lamas lassen sich vielleicht nie nachvollziehen, da die heutigen Populationen fast alle mit Guanakos, Alpakas und Vikunjas vermischt sind, die alle untereinander fruchtbar sind.«

(Die Informationen dieses Abschnitts wurden aus dem Wikipedia-Artikel Lama (Kamel) übernommen und ist unter der Lizenz CC-BY-SA-3.0 lizensiert.)

Auf der Nature Life Ranch wurden 2011 mehrere, wunderschöne Lama-Fohlen geboren.

Lama-Cria

»Als Crias bezeichnet man die Jungtiere von Lamas, Alpakas, Vikunjas und Guanakos. Das Wort kommt aus dem Spanischen und bedeutet »Baby«

Bei der Geburt der Lama-Fohlen steht die gesamte Herde um das gebärende Lama (nur die weiblichen Lamas, da die Männchen als Bedrohung angesehen werden), offensichtlich um es vor Fressfeinden zu schützen. Lamas gebären im Stehen. Die Geburt erfolgt in der Regel recht schnell und problemlos, sie dauert selten über 30 Minuten. Meist findet sie zwischen 8 Uhr und Mittags statt und nicht in den für die Jungtiere gefährlich kalten Anden-Nächte. Es wird angenommen, dass dies eine Fortsetzung des Geburtsverhaltens ist, das auch in freier Wildbahn beobachtet wurde. Lama-Fohlen stehen, laufen und versuchen zu säugen innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt. Die Lamamilch enthält weniger Fett und Salz, dafür mehr Phosphor und Kalzium als Kuh-oder Ziegenmilch. Ein weibliches Lama gibt beim Stillen nur ca. 60 ml Milch. Aus diesem Grund müssen die Fohlen häufig saugen, um die benötigten Nährstoffe zu erhalten.« (Dieser Text wurde aus dem Wikipedia-Artikel Cria übernommen und ist unter der Lizenz CC-BY-SA-3.0 lizensiert.)

Auf der Nature Life Ranch wurde im Juli mehrere Lama-Crias geboren.